| Liedtext "Die Wacht am Rhein":
1.
Es braust ein Ruf wie Donnerhall
wie Schwertgeklirr und Bogenprall
zum Rhein, zum Rhein zum deutschen Rhein
Wer will des Stromes Hüter sein?
2.
Durch hunderttausend zuckt es schnell,
und aller Augen blitzen hell;
der deutsche Jüngling, fromm und stark,
beschirmt die heil'ge Landesmark.
3.
Er blickt hinauf in Himmels Au'n
da Heldenväter niederschau'n
und schwört mit stolzer Kampfeslust
du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!
4.
Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
noch eine Faust den Degen zieht
und noch ein Arm die Büchse spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!
5.
Und ob mein Herz im Tode bricht,
wirst du noch drum ein Welscher nicht.
Reich, wie an Wasser deine Flut
ist Deutschland ja an Heldenblut!
6.
Der Schwur erschallt, die Woge rinnt
die Fahnen flattern hoch im Wind
am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein,
wir alle wollen Hüter sein.
7.
So führe uns, du bist bewährt;
In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!
Refrain:
(nach jeder Strophe)
Lieb Vaterland magst ruhig sein;
fest steht und treu die Wacht
die Wacht am Rhein!
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Weitere Informationen:
Das Lied "Die Wacht am Rhein" entstand 1840, in einer Zeit, in der der französische Regierungschefs Adolf Thiers(1797-1877) den Rhein als Ostgrenze Frankreichs festgelegt sehen wollte. Über diese Denkweise empörten sich sehr viele Zeitgenossen (Rheinkrise). Die Vertonung des von Max Schneckenburger(1819-1849) geschriebenen Textes erfolgte erst 14 Jahre später, im Jahre 1854 durch Karl Wilhelm(1815-1873).
Das in Folge des Deutsch-Französischen Krieges zur Volkshymne umfunktionierte Lied wurde erstmalig bei der silbernen Hochzeit des zukünftigen Kaisers Wilhelm I. und seiner Frau Augusta vorgestellt.
Die damalige Nationalhymne "Was ist des Deutschen Vaterland" geriet in den Hintergrund. Das heutzutage fast vergessene Lied "Die Wacht am Rhein" sollte nicht etwa zum Angriff aufrufen, vielmehr spiegelte es nur die Verteidigung des Rheines als Ostgrenze Frankreichs wider. |