Lied „Die Wacht am Rhein“

Auf dem Niederwalddenkmal findet sich das Lied „Die Wacht am Rhein“ in der Fassung von Wilhelm Greef. Dieser hatte bei der Erstveröffentlichung der Komposition von Carl Wilhelm 1854 einige Texteingriffe vorgenommen, so fehlt beispielsweise die 4. Strophe der ursprünglichen Fassung komplett. Hier finden Sie nun den vollständigen Text des Liedes „Die Wacht am Rhein“, inklusive der Anpassungen Greefs sowie der 7. Strophe, die erst während des Deutsch-Französischen Krieges hinzugedichtet wurde.

1. Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wer will des Stromes Hüter sein?

2. Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
Und Aller Augen blitzen hell,
Der deutsche Jüngling, fromm und stark,
(bei Greef: Der Deutsche, bieder, fromm und stark,)
Beschirmt die heil’ge Landesmark.

3. Er blickt hinauf in Himmelsau’n,
Wo Heldengeister niederschau’n,
(bei Greef: Wo Heldenväter niederschau’n,)
Und schwört mit stolzer Kampfeslust:
„Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust“.

4. „Und ob mein Herz im Tode bricht,
Wirst du doch drum ein Welscher nicht;
Reich wie an Wasser deine Flut
Ist Deutschland ja an Heldenblut.“
(Strophe fehlt bei Greef)

5. „Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
Noch eine Faust den Degen zieht,
Und noch ein Arm die Büchse spannt,
Betritt kein Feind hier deinen Strand.“

6. Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,
Die Fahnen flattern hoch im Wind:
Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
Wir Alle wollen Hüter sein!

7. So führe uns, Du bist bewährt;
In Gottvertrau’n greif’ zu dem Schwert,
Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
Und tilg’ die Schmach mit Feindesblut!

Refrain:
Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein,
Fest steht und treu die Wacht am Rhein!
(wird nach jeder Strophe gesungen)